Buchempfehlung: „Next World of Working“ von Andreas Gnesda

 

Wie verändern sich die Menschenbilder in der Arbeitswelt? Wie erkenne ich, was mich erfüllt, und wie gestalte ich meine Arbeitswelt entsprechend? Der Unternehmer Andreas Gnesda nimmt uns mit auf eine Skitour zu den Gipfeln eines sinnerfüllten Lebens.

In zwölf metaphorischen Schritten führt uns der Autor in die Berge. In den ersten vier Kapiteln geht es um Menschenbilder, Selbstvertrauen und Selbstreflexion, und zwar mit Hilfe von praktischen Übungsanleitungen. So wie die persönliche Konstitution für eine Skitour überlebenswichtig ist, kommt es auch für den beruflichen Erfolg vor allem auf eines an: auf die eigene Persönlichkeit. Wie ein Bergführer geht Andreas Gnesda vom ersten Schritt an voraus und erzählt dabei autobiografisch seine eigene, ganz persönliche Geschichte. Bei der „Ausrüstung“ steht dann die persönliche Einstellung im Mittelpunkt: „Es geht immer darum, der Menschheit sinnvolle Dienste zu erweisen, indem wir unserem Gegenüber den gleichen Respekt und die gleiche Wertschätzung wie uns selbst erweisen.“

Es braucht ein SINN-volles „Wozu?“

Der Mittelteil des Buches ist der Zusammenarbeit gewidmet. Dabei geht es nicht nur um das Team, das sowohl bei der Skitour als auch im Arbeitsleben eine wichtige Rolle spielt. Gnesda beschreibt auch seine persönliche Sicht von Führung und Unternehmertum. Er findet klare Worte zu den Themen Verantwortung, Shareholder Value und der „bis in den Wahnsinn gehenden Kostenreduzierung“. Als zentralen Aspekt in der Unternehmensgründung und -führung hebt er das „Warum?“ hervor. Wofür steht das Unternehmen, was ist die Mission und was die Vision? Als konkretes Beispiel beschreibt der Autor das Erfolgsrezept seines eigenen Unternehmens teamgnesda. Dort steht die Begleitung der Kunden auf dem Weg zu SINN:VOLLEN Arbeitswelten im Mittelpunkt. Die Bedeutung der Kooperation unterstreicht Gnesda, indem er seine Wegbegleiter in einem eigenen Kapitel zu Wort kommen lässt. Zum Beispiel den Wirtschaftsphilosophen Rahim Taghizadegan: „Meine Vision ist eine Welt, in der möglichst alle Menschen in ihrer Tätigkeit Sinn finden und Arbeit als fremdbestimmtes Angetriebenwerden der Vergangenheit angehört.“

Anseilen, dranbleiben und (ver)antworten

Gegen Ende des Buches geht es dann um das „Anseilen“ zur Vermeidung von Unfällen. Dazu braucht es Erfahrung, „Steighilfen“ in Form von Businessplan, Controlling, Projektmanagement-Tools und vor allem auch Wegbegleiter. Den schmerzlichen Verlust eines besonderen Wegbegleiters, nämlich seines persönlichen Bergführers, beschreibt der Autor sehr berührend im vorletzten Kapitel. Und trotzdem nennt er gerade dieses Kapitel „Nicht Umkehren“. Ein Appell, sich nicht durch schicksalhafte Ereignisse von einer sinnerfüllten Idee oder Lebensaufgabe abhalten zu lassen. Im letzten Kapitel lüftet Gnesda dann das Geheimnis der SINN:VOLLEN Arbeitswelten. Es ist die Sinn- und Wertelehre von Viktor E. Frankl, die seinem Konzept zugrunde liegt. Sinn in der Arbeitswelt ist ein wesentlicher Erfolgs- und Gesundheitsfaktor. Auch weil Burnout gerade dann entsteht, wenn jahrelang ohne innere Zustimmung in einem Job gearbeitet wird. Auch zur Betonung der Selbstverantwortung für die Sinn-Findung zitiert er Viktor E. Frankl: „Das Leben selbst ist es, das dem Menschen die Fragen stellt. Dieser hat zu antworten und sein Leben zu ver-antworten.“

Dass der Autor Andreas Gnesda nicht nur erfolgreicher Unternehmer, sondern auch Präsident des Österreichischen Gewerbevereins ist, gibt einer der zentralen Aussagen dieses sehr empfehlenswerten Buches eine noch weitreichendere Bedeutung: „SINN:VOLLE Arbeitswelt heißt, Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung für Mitarbeiter, für Kunden, für die Gesellschaft, für die Generationen nach uns und für unsere Umwelt. Wir können den Menschen helfen, wieder zu mehr Verantwortung zu finden.“

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