Führen von Experten und Spezialisten: blöde Fragen zur richtigen Zeit

 

Immer wieder begegnen mir Führungskräfte, die versuchen, es allen recht zu machen. Die erste davon war ich selbst. Meine Strategie damals: „Ich bin so ein Chef, wie ich ihn gerne hätte.“ Kapitaler Anfänger-Fehler. Funktioniert nur bei mir und bei Menschen, die mir sehr ähnlich sind.

Die Hauptaufgabe von Führungskräften ist nicht, für Spaß und gute Laune zu sorgen und alle Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu räumen – sondern Ergebnisse möglich zu machen. Die Freude am Job ist nicht Voraussetzung, sondern die Folge von sinnerfüllter Arbeit und wertschätzender Rahmenbedingungen. Diese zu schaffen, ist eine wirkliche Führungsaufgabe.

 

 

Fragen: Die Zaubersprüche des Führens

Wie geht das mit Experten, Spezialisten oder Top-Verkäufern – also Mitarbeitenden, die auf ihrem Gebiet mehr wissen und können als ich? Gute Frage. Womit wir schon beim Thema sind: Fragen sind die Zaubersprüche des Führens. Nur wesentlich wirksamer als bei Harry Potter. Es heißt nicht umsonst „Wer fragt, der führt.“ Gerade im Umgang mit Mitarbeitenden, die mehr wissen als ich, kann ich mit den richtigen, ehrlichen Fragen besonders gut führen. Und mit der passenden Fragetechnik helfe ich Mitarbeitenden, selbst die Lösung zu entwickeln.

 

Was der Pessimismus-Muskel mit Fragen zu tun hat

Erster Schritt: scheinbar „blöde Fragen“ stellen.  Zum Beispiel:

  • Welche Lösungswege funktionieren sicher nicht und warum nicht?
  • Was müssten wir tun, um die Situation weiter zu verschlimmern?

Der Einstieg über diese „Sicher-Nicht-Lösungen“ hilft, den Pessimismus-Muskel anzuspannen, um ihn dann leichter zu entspannen. Wie bei der progressiven Muskelentspannung. Danach ist es Zeit für den zweiten Schritt: die zielführenden Fragen.

  • Woran werden wir erkennen, dass das Problem gelöst ist?
  • Welches schwierige Problem hast du zuletzt gelöst und wie?
  • Was hast du dir schon überlegt oder ausprobiert?

Schluss mit dem Motivations-Kasperl.

Führen heißt: Andere Menschen erfolgreich machen. Mitarbeiter-Motivation ist dabei ein oft verwendeter Begriff. Funktioniert aber nicht. Wir wissen längst, dass Führungskräfte ihre Mitarbeitenden gar nicht motivieren können. Demotivieren geht allerdings schon …

 

Sie hätten aber gerne motivierte Mitarbeitende – was tun? Ein Umfeld schaffen, das es ihren Mitarbeitenden ermöglicht, sich selbst zu motivieren.

Ja, das ist komplizierter als den Motivations-Kasperl zu spielen. Aber auch wesentlich wirksamer. Dazu müssen Sie Ihre Leute gut kennen. Sie müssen sich mit den jeweiligen Persönlichkeiten – nein, nicht auseinandersetzen, sondern zusammensetzen. Und mit ihnen beschäftigen:

  • Welche Werte sind ihnen wichtig?
  • Was motiviert sie?
  • Wo blühen sie auf?
  • Und wann scheinen sie zu verwelken?

Es gibt so viele unterschiedliche Motivationsfaktoren, aber es gibt auch einige Gruppen von Motivatoren. Zum Beispiel Erfolg, Anerkennung, Zugehörigkeit und natürlich Sinn. Weil die Gewissheit, einen sinnvollen Beitrag zu leisten und etwas durch eigene Leistung zu bewirken, fast alle Menschen motiviert.

 

Hier meine fünf Praxistipps zur Führung von Experten:

  • Zeigen Sie ehrliches Interesse am Fachgebiet. Stellen Sie Fragen und hinterfragen Sie. Mischen Sie sich aber nicht in Details ein.
  • Führen Sie nicht nur situativ, sondern auch individuell: Lernen Sie Ihre Experten möglichst gut kennen und finden Sie heraus, welche Führung sie wann brauchen.
  • Beeindrucken Sie weniger durch Fachwissen als durch die Rahmenbedingungen, die Sie für Ihre Experten schaffen. Sie sind nicht Oberexperte, sondern Führungsexperte.
  • Stärken Sie die Problemlösungskompetenz der Experten durch gezielte Fragen. Das Erfolgserlebnis gehört dann dem Experten.
  • Unterstützen Sie Ihre Experten dabei, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln. Laden Sie dazu ein, neues Wissen und Erfahrungen zu sammeln – sowohl in der Tiefe (Spezialisierung) als auch in der Breite (Horizonterweiterung).

Klar ist auch: Wenn Menschen durch Erfolg motiviert werden, dann sollte ich ihnen nicht nur ermöglichen, Erfolg zu haben, sondern diesen auch anerkennen. Und entsprechend feiern. Mehr zu diesem Thema in einem meiner nächsten Blogs.

 

 

Mein Angebot

Erfahren Sie in meinen Vorträgen und Workshops, wie Sie Ihre Expertinnen und Experten zum Erfolg führen.

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Oder Sie schreiben mir direkt: office@sinnmachterfolg.at

Viel Erfolg,

Harald Pichler

 

Foto © industrieblick – Fotolia

 

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